Classless Inter-Domain Routing–Teil 1

Wie viele kleine und mittelständische Firmen haben bzw. hatten wir ein sogenanntes Klasse C Netzwerk. Dabei ist die Subnetzmaske immer die 255.255.255.0 und die IP Adresse gestaltet sich in der Form 192.168.*.*. Dabei muss bei allen ans Netz angeschlossenen Geräten die dritte Stelle gleich sein, z.B. ist das bei uns die 192.168.115.*. Jede IP eines bei uns angeschlossenen Gerätes fängt mir diesen Zahlen an. Das liegt darin begründet, dass die Subnetzmaske an den ersten 3 Stellen die 255 steht. Für eine erfolgreiche Kommunikation zwischen zwei Rechnern müssen die Binärdarstellungen der zwei IP Adressen an den durch die Subnetzmaske festgelegten Stellen übereinstimmen. Damit sind sie “in einem Netz”. Folgendes Beispiel anhand von 3 Rechnern soll dies verdeutlichen:

192.168.115.2 11000000 10101000 01110011 00000020
192.168.115.12 11000000 10101000 01110011 00001100
192.168.116.2 11111111 11111111 01110100 00000020
255.255.255.0 11111111 11111111 11111111 00000000

 

Überall, wo die Subnetzmaske in der Binärdarstellung eine 1 aufweist, müssen die IP Adressen den gleichen Binärwert haben. Während dies bei den ersten zwei Adressen 192.168.115.2 und 192.168.115.12 der Fall ist, trifft das bei 192.168.116.2 nicht zu. Damit können nur die zwei ersten Gerät miteinander kommunizieren.

Da uns nun durch den starken Anstieg und vor allem durch VoIP-basierten Telefonen die freien Adressen im 115er-Bereich ausgegangen sind (theoretisch 256 Adressen, davon 254 effektiv nutzbar), mussten wir unser Netz umstellen. Neben der Möglichkeit auf sogenannte Klasse A oder B Netze umzusteigen, wäre es darüber hinaus auch möglich gewesen auf IPv6 zu setzen. Auf diese Lösungen will ich aber an dieser Stelle nicht eingehen, da wir möglichst schnell und einfach ohne große Umstellungen unser Netz vergrößern wollten. Wenn man sich das oben genannte Beispiel anschaut, geht dies am einfachsten, wenn die Subnetzmaske geändert wird, da die IP Adressen dann gleich bleiben können. Das ist in Anbetracht der Tatsache, dass vielleicht in altem Programmcode, in diversen Skriptlösungen oder gar in Teilen der Systemlandschaft noch anhand der IP Adresse zugegriffen wird, sicherlich von Vorteil. Denn obwohl heutzutage die meisten Client-Server-Netze auf DHCP setzen, sind zumindest noch die Server und diverse Peripherie (Printserver, Multifunktionsgeräte, Audio Codes, etc.) meisten mit festen Adressen ausgestattet. Aus diesem Grund entschieden wir uns dafür, die Subnetzmaske zu ändern, was dem Konzept des Classless Inter-Domain Routing entspricht. Wir entschieden uns für die Subnetzmaske 255.255.248.0. Ausgehend von unserem bisherigen Adressbereich 192.168.115.* vergrößert sich dieser auf 192.168.112.* – 192.168.119.*. Gemäß der CIDR Schreibweise drückt sich das so aus 192.168.115.0/21. Das obige Beispiel sieht damit wie folgt aus:

192.168.115.2 11000000 10101000 01110011 00000020
192.168.115.12 11000000 10101000 01110011 00001100
192.168.116.2 11111111 11111111 01110100 00000020
255.255.248.0 11111111 11111111 11111000 00000000

 

Somit können jetzt alle Rechner miteinander kommunizieren.

 

Im nächsten Teil werde ich auf das konkrete Vorgehen bzw. auf das Konzept zur Migration eingehen.

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