Programmieren – aber bitte nur von 8-17 Uhr

Zu meinem letzten Blogbeitrag Was ist denn bitte ein C# Experte gab es auf Twitter noch eine Diskussion darüber, ob der Job eines Entwicklers ein 8-17 Uhr Beruf ist. Dieser Beitrag soll eher dem Gespräch dienen, weil Twitter dazu nicht geeignet ist. Ich kann mir vorstellen, dass es hierzu bei 5 Personen 6 Meinungen geben wird. Konsequenterweise wird es deshalb in Betrieben auch häufig zu Problemen kommen, wenn völlig unterschiedliche Meinungen und Ansätze herrschen. Ich sage dazu:

Entwickeln ist keine 8-17 Uhr Tätigkeit.

Was ich aber damit meine: Es sollte keine feste Grenzen geben, da ich als Entwickler nicht auf Knopfdruck kreativ sein kann. Ein Maler kann genauso wenig immer von Montags bis Freitags von 8-17 Uhr Bilder kreieren. Ich treffe damit keinerlei Aussage darüber, ob mehr als 8 Stunden gearbeitet werden sollen. Oder weniger. Vielmehr glaube ich:

Nur Ergebnisse sind entscheidend, nicht die aufgebrachte Zeit

In dem Sinne: Work smart, not hard. Ich bin auf eure Meinungen gespannt!

Mit Tag(s) versehen:

13 thoughts on “Programmieren – aber bitte nur von 8-17 Uhr

  1. kjellski 30. Oktober 2014 um 11:33 Reply

    Meine Rede ;) ich kann da nur zustimmen!

    Gefällt mir

  2. Alexander Zeitler 30. Oktober 2014 um 12:11 Reply

    Mach das mal den vielen Chefs, POs usw. klar. Full ACK.

    Gefällt mir

    • Uli Armbruster 30. Oktober 2014 um 23:50 Reply

      PO würde ja schon wieder bedeuten, dass Scrum eingesetzt wird. Das Team soll doch ja unter Eigenregie arbeiten, sodass es – theoretisch! – möglich sein sollte.
      Ansonsten ist ja jeder Mitarbeiter angehalten zu versuchen die Unternehmenskultur mitzuprägen, v.a. natürlich die Vorgesetzten aus dem mittleren Management. Wenn möglich, kann ja durchaus mal ein Externer als Change Agent einbezogen werden.
      Aber natürlich Alex, da sind wir uns einig, Status Quo gibt es noch in vielen Firmen und das zu ändern dauert!

      Gefällt mir

  3. jocscha 30. Oktober 2014 um 14:14 Reply

    Deshalb bist Du ja auch immer so um Mitternacht noch in der Firma. ;-)

    Ein Bekannter meinte immer, wer seine Arbeit nicht waehrend der Arbeitszeit schafft, muss eben Ueberstunden machen. :-D :-D :-D :-D :-D :-D
    Aus meiner Sicht, lebt die Arbeit immer weiter und die besten Ideen kommen einem manchmal in der Denkerkabine. ;-)
    Man muss aber auch in der Lage sein, die Arbeit Arbeit sein lassen, es gibt schliesslich noch andere Dinge im Leben als die Digitale Kreativitaet.
    Falls man das nicht beachtet, ist ueber kurz oder lang die Familie Geschichte.

    Da ich Arbeitnehmer bin ohne Moeglichkeit der freien Homeofficeentscheidung, arbeite ich waehrend einer festen Arbeitszeitdauer und diese ist 40 Std. die Woche und 8 Std. am Tag.
    Sicherlich arbeite ich ein bisschen mehr in der Firma und mache das eine und andere in meiner Freizeit.
    Es wird wohl jedem so gehen, mit einem Arbeitsverhaeltnis in dieser Art.

    Eine Kreative Phase des Codens in die Abendstunden zu verschieben ist hierbei nicht wirklich moeglich.

    Aber wer weiss was die Zukunft noch so bringen wird. :-)

    Gruss,
    Jochen.

    Gefällt mir

    • Uli Armbruster 30. Oktober 2014 um 23:58 Reply

      Hey Jochen,
      das liegt daran, dass ich meistens erst um 12 Uhr im Büro auftauche und dann zwischendurch auch nochmal zum Sport verschwinde :). Meisten mit Kollegen oder dem Geschäftsführer sogar. An anderen Tagen mache ich es dann aber genau anders herum: Bin um 5 im Büro und geh um 14 Uhr.
      Ich schätze es halt als Entwickler, dass ich meine Zeit relativ frei einteilen kann. Das ist aus meiner Sicht notwendig, da es mir wie oben geschrieben nicht möglich ist immer meine Kreativität zu einer bestimmten Zeit abzurufen.
      Und bei euch könnt ihr nicht ein wenig schieben und mal von zuhause mallochen?

      Gefällt mir

  4. Jürgen Greif 30. Oktober 2014 um 15:02 Reply

    Deinen Aussagen kann ich mich fast zu 100% anschließen, nur kennst Du einen Entwickler der merkt wann 8h Arbeit erbracht sind? Wenn man mal im Flow ist, grenzt man meistens die Welt um sich herum aus und gibt sich ganz dem Vergnügen hin.
    Die Zeit von 8-17 Uhr ist dann meist die Zeit die man sich nimmt um die Arbeit zu bereinigen, zu dokumentieren,….

    Viele Grüße

    Ernst Jürgen

    Gefällt mir

    • Uli Armbruster 30. Oktober 2014 um 23:53 Reply

      Hey Jürgen,
      also ich ermutige meine Kollegen den Flow auszunutzen und ggf. auch einfach mal 10-12h zu arbeiten. Im Gegenzug können sie dann natürlich eigenverantwortlich wieder die Zeit abbauen. Ich habe selbst nur selten 8h. In der Regel liege ich stark darunter oder darüber.
      Nichtsdestotrotz sehe ich auch den Vorgesetzten in der Pflicht ein wenig darauf zu achten, dass sich niemand überarbeitet oder überbelastet wird. Gute Kommunikation hilft da. Also unser Geschäftsführer hat sogar mal vor ein paar Jahren zu mir gesagt: „Ist dir klar, dass ich nicht diese Ansprüche an dich stelle“. Top!

      Gefällt mir

  5. Krisztina Hirth (@YellowBrickC) 30. Oktober 2014 um 22:58 Reply

    Ich habe dazu nur noch eine Frage: wie viele Berufe/Leute kennt ihr persönlich, die lachend und mit Freude in die Arbeit gehen, um für ihr Hobby bezahlt zu werden?

    Es geht sicherlich nicht jedem unter uns so, es kann aber so gehen. Vergeudet nicht die Zeit mit „abarbeiten“, werdet nicht zum Fließbandarbeiter. Dann wird das Thema 8-17 zu einer Metapher und keine konkrete Uhrzeitangabe :)

    Gefällt mir

    • Uli Armbruster 30. Oktober 2014 um 23:59 Reply

      Sehr geil! Genau dazu rate ich auch immer wieder. Wobei du und ich vermutlich sehr viele kennen, denen es so geht, die anderen treffen wir ja beispielsweise nicht an Open Space oder so an…

      Gefällt mir

  6. Patrick 30. Oktober 2014 um 23:13 Reply

    He Uli,

    ja dem stimme ich zu… fast… Ideen kommen nicht unbedingt von 8-17 Uhr… nur wird das doch von den Arbeitgebern erwartet und vor allem bezahlt. Das es nicht funktioniert und nicht funktionieren kann, ist erkennbar. Schon an diesem Beitrag. Es stört die Arbeitgeber allerdings auch nicht… Der Arbeitsrahmen ist so wie er vor 50 Jahren war… und schließlich… what you pay is what you get. Wenn erwartet wird, das die Mitarbeiter von 8-17 anwesend sind, fleißig wirkend an ihrem Schreibtisch sitzen, dann wird ein Arbeitgeber dies bekommen. Wer prüft schon ob das effizient ist? Mitarbeiter tut das was er soll und gut.

    Ich habe früher auch 50-70 Wochenstunden für einen Arbeitgeber gearbeitet und gedacht … Schließlich hat man sich im Studium darauf getrimmt. Davon waren 40 Stunden bezahlt. Alles andere war heiße Luft. Das hat mir nicht nur Ärger mit den Kollegen gebracht, das hat mich auch in eine unangenehme persönliche Situationen geführt… Familie, Freunde und meine persönliche Belastungsgrenze hat sich gemeldet.

    Heute sehe ich das wie jocscha: „Wer seine Arbeit nicht waehrend der Arbeitszeit schafft, muss eben Ueberstunden machen.“ mit der Ergänzung: „oder er muss gemeinsam mit dem Team und dem Unternehmen prüfen warum er es nicht schafft“.

    Sehr schnell sind die Maßstäbe des Teams weit weit nach oben verschoben und eine ganze Mannschaft verbrennt sich. Das beginnt daran mal eben kurz etwas nach Feierabend nachzuschauen, seine Mails morgens beim Frühstück daheim abruft und geht weiter wenn man im Urlaub weiterackert und plötzlich nach Feierabend nicht mehr runter kommt und daheim das Visual Studio öffnet.

    Grundsätzlich empfiehlt es sich zu prüfen aus welchem Antrieb heraus man die Dinge tut….

    Lg
    Patrick

    P.S. Beim erneuten Lesen auf deinen Eingangspost merke ich selbst, das mein Kommentar nicht wirklich sehr gut dazu passt. Aber er bezieht sich auf die weiteren Kommentare und vor allem auf das, was so in der Praxis zu hören ist…

    Gefällt mir

    • Uli Armbruster 31. Oktober 2014 um 0:06 Reply

      Ich finde der Kommentar passt durchaus dazu. Du hast das genauso beantwortet, wie ich es jocscha geschrieben habe.
      Allerdings beachte auch mal Krisztinas Antwort, die deckt sich mit dem, was bei uns im Betrieb herrscht. Das lässt sich leicht an der Vertrauensarbeitszeit sehen. Nicht nur in den Büros, sondern auch im Lager und der Fertigung. Die Geschäftsleitung will explizit keine Zeiterfassung genau mit dem Argument, dass damit nur festgehalten ist, dass die Person anwesend ist, nicht aber, dass sie überhaupt etwas tut. Ein Kollege hat mir von einer Karlsruher Internetfirma berichtet, wo sie im Support die Nacht über alle die Rechner anlassen, damit sie am nächsten Morgen sich direkt anmelden können, womit die Uhr tickt. Dann wird aber erst mal ein Kaffee geholt…Sprich da laufen auch die Nacht über einfach die PCs, nur damit man am nächsten Tag ein paar Sekunden spart. Traurige Welt.
      Ich gebe das auch an mein Team so weiter mit der Bitte, dass sie den Flow ausnutzen, wenn er da ist, und abbrechen, wenn es sowieso nicht läuft. Wenn die dann an einem Tag nach 5h gehen, dann sehe ich das in deren Eigenverantwortung.

      Gefällt mir

  7. Thomas 31. Oktober 2014 um 12:27 Reply

    Ganz schwieriges Thema. Klar ist: Softwareentwicklung ist ein kreativer Prozess, der nicht einfach in einen starren Zeitrahmen zu stecken ist, oder der ideal nur an einem Ort, nämlich im gemeinsamen Büro, funktioniert.

    Klar ist aber auch, dass es unglaublich viele Parameter gibt.

    Wenn man jung und hungrig ist, stört es einen nicht, wenn man abends nur noch an der Tankstelle einkaufen gehen kann, weil man es nicht rechtzeitig nach Hause schafft. Wenn man aber z.B. gerade ein Kind bekommen hat, verschieben sich die Prioritäten schnell – mir ist es dann z.B. wichtig, rechtzeitig nach Hause zu kommen, um Zeit mit ihm verbringen zu können. Deshalb gehe ich heute viel früher und viel regelmäßiger nach Hause, als ich das noch vor ein paar Jahren getan habe.

    Was auch ein wichtiger Punkt ist: Es gibt unterschiedliche Typen auch bei Schlafrhythmen (siehe http://www.b-society.net/). Mich kann man morgens vergessen, das Kind macht die Sache da nur noch schlimmer ;-). D.h. aber z.B. auch, dass ich auf meine Produktivität achten muss, denn ich fange normalerweise nicht wirlich vor 10-11 Uhr an, gehe dann aber spätestens um 18 Uhr. Eine Stunde Mittag noch dazu, ein Anruf hier, ein Meeting da, und da ist sie wieder, die Frage, was man eigentlich den ganzen Tag gemacht hat.

    Aber ich schweife ab, was noch schwierig ist: „Das Ergebnis zählt.“. Ja. Und nein.

    Menschen haben unterschiedliche Phasen im Leben – mal wollen und können sie sich auf die Arbeit konzentrieren, mal geht es ihnen so beschissen, oder auch gut, dass anderes einfach wichtiger ist. Wenn man nun gemeinsam in einem Büro sitzt, merkt man das. Und kann als Team ggf. auch darauf reagieren. Wenn Leute arbeiten, wo und wann sie wollen, wird das ein bisschen schwieriger – denn gemessen werden kann hier nur noch das Ergebnis. Und ich glaube nicht, dass wir hier darüber diskutieren müssen, dass unsere Arbeit größtenteils aufwandstechnisch schwer bis gar nicht schätzbar ist. Wenn nun also ein Feature, von dem ich ausgehe, dass der Kollege das in 2 Tagen schaffen müsste, erst nach zwei Wochen kommt – liegt das dann an seiner mangelnden Konzentration oder einfach daran, dass ich mit meiner Schätzung völlig danebenliege?

    Will sagen: Das Ergebnis als Kriterium ist mir zu wischiwaschi. Klingt komisch, aber das alleine kann es noch nicht sein.

    So, genug – versuche dann jetzt mal in den „Flow“ zu kommen für heute … ist ja gleich 12:30 Uhr ;-)

    Gefällt 1 Person

  8. […] Programmieren – aber bitte nur von 8-17 Uhr […]

    Gefällt mir

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: