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Wie hole ich mein Team ab

Innovation bedeutet immer auch Veränderung. Der Mensch als Gewohnheitstier muss deshalb abgeholt werden, sonst bleibt er zurück. Quelle: FotoliaWelche Möglichkeiten hat eine Führungskraft hierfür?

Zunächst einmal gilt es Folgendes zu trennen:

  • Kann ein Mitarbeiter mit der Veränderung nicht Schritt halten?
  • Oder will er sich nicht verändern?

Während ersterem mit den richtigen Werkzeugen gut beizukommen ist, muss letzteres über Prinzipien und Werte gesteuert werden. Ausgenommen von der Regel sind Menschen, die nur deshalb nicht wollen, weil sie nicht können. Kann also beispielsweise jemand nicht tanzen, so wird er auch nicht auf die Tanzfläche wollen, nur um sich zu blamieren.

 

Prinzipien/Werte:

Ich bin der Meinung, dass Menschen ihre Arbeitsweise nur dann gewinnbringend ändern und sich produktiv am Prozess beteiligen, wenn sie von der Änderung selbst überzeugt sind. Demzufolge wird das Ergebnis bei einer typischen Command-and-Control Führung im besten Fall ausbaufähig sein. Eine aus meiner Sicht erfolgsträchtigere Herangehensweise könne diese sein: Bilde zwei Gruppen und lasse jedes Gruppenmitglied frei entscheiden, welcher der beiden Gruppen es beitritt. Die eine Gruppe setzt ein exemplarisches Projekt/Produkt gemäß der bisherigen Vorgehensweise um, die andere implementiert nach der neuen. Ein halber Tag ist dafür natürlich ungeeignet. Ein Monat ist der Geschäftsleitung eventuell zu kostspielig. Aber einen angemessenen Zeitraum benötigt es, um die gravierenden Prozessunterschiede zu Tage zu befördern. Eine unabhängige Instanz, z.B. der Product Owner, ein Externer oder eine Anwendergruppe, beurteilen das Ergebnis. Darüber hinaus sollten die Teams auch ihre Ergebnisse untereinander vergleichen. Einen wesentlichen Punkt würde ich noch aufnehmen: Bei dem Produkt sollten neue Anforderungen hinzu kommen und sich gegebenen Anforderungen ändern, um zu sehen wie anpassungsfähig beide Vorgehen sind. Unter der Prämisse, dass die neue Herangehensweise gewinnt und die Diskussion ernsthaft und konstruktiv geführt wurde, kann das Gros der Gruppe überzeugt werden. Die restlichen Skeptiker kippen eventuell durch Schlüsselfiguren, sogenannte Meinungsmacher, oder bei den ersten Erfolgen. Es ließe sich noch viel dazu sagen, aber ich möchte es an dieser Stelle dabei belassen und mit einem Zitat abschließen, welches meiner persönlichen Einstellung entspricht: “Die Führungskraft führt nicht über die Inhalte, sondern sie führt über die Emotionen […]” (Boris Gloger, S. 302, Produkte zuverlässig und schnell entwickeln).

 

Werkzeuge:

  • Retrospektive: Für mich das wertvollste Werkzeug überhaupt. Egal ob tägliche Einzelretrospektiven oder wöchentliche Gruppenretrospektive, wichtig ist: So häufig wie möglich, Ergebnisse festhalten und vor allem umsetzen. Mehr dazu hier.
  • Coding Dojos: Alle 1-2 Wochen für 2 Stunden. Erste spürbare Ergebnisse zeigen sich in kürzester Zeit. Ich arbeite gerade an einem Fachartikel dazu. Bis dahin schaut ihr hier.
  • Pair Programming: Super für die Vermeidung von Inselwissen und das Etablieren eines kontinuierlichen Wissenstransfers. Gerade bei Teammitgliedern, die sich schwer tun mit neuen Praktiken (z.B. TDD) geeignet oder mit heterogenen Teams aus Junior und Senior Developer. Für weitere Informationen schaut in den Wikipedia-Artikel.
  • Open Spaces / World Cafe: Interessante Konferenzformate zur Optimierung des Wissensmanagements. Einen Artikel dazu habe ich in der dotnetpro veröffentlicht.
  • Bloggen: Lässt sich vortrefflich mit der Retrospektive bündeln. Kann als Quelle für andere (und einem selbst) Teammitglieder dienen. Das Schreiben und Widerholen begünstigt auch den Lernprozess.
  • Scrum: Eine agile Methode zur Produktentwicklung, die die kontinuierliche Verbesserung fest im Prozess implementiert hat. Alle meine bisherigen Blogbeiträge zum Thema findet hier.
  • Communities: In nahezu jeder größeren Stadt gibt es dedizierte Communities, z.B. Scrum Stammtisch, .NET User Group, SQLPass, etc.. Ein Austausch mit Dritten ist immer hilfreich, v.a. wenn Entwickler in anderen Firmen die neue Vorgehensweise bereits erfolgreich anwenden.
  • Externe Consultants: Empfinde ich als besonders hilfreich um die anfänglichen Klippen zu umschiffen.

Abschließend sei noch gesagt, dass es eine Vielzahl an Werkzeugen gibt, jedoch muss das Tool auch zur Person bzw. der Gruppe passen. Pair Programming ist z.B. etwas, das nicht jeder Entwickler möchte.

Mich würde interessieren, wie bei euch Änderungen eingeführt wurden? Gab es Kollegen, die sich schwer damit taten? Wie hat die Führungskraft diejenigen abgeholt? Gibt es ein besonders hilfreiches Werkzeug, das bei euch Wunder bewirkt hat? Würde euch ein längerer Artikel mit konkreten Beispielen interessieren?

 

Edit 16.05.2014: Daniel Marbach hat mir ein interessantes Buch zu dem Thema empfohlen. Eine Rezension darüber wird folgen, da ich es inzwischen auf meinem Kindle habe.

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Entwickeln lernen – Materialsammlung

 

Entwicklerwerkzeuge

Videos

Lernmaterial

  • Das umfassende Handbuch für Visual C# 2012 online
  • Einführung in C# von Microsoft

Hilfeseiten / Foren

Kanäle

Entwickeln lernen

Am 21. Dezember werde ich mit 8-10 Schülern der 11ten und 12ten Klasse des Gymnasium Wilferdingen eine Einführung in die Entwicklung C# geben. Die Teilnehmer bringen ihre eigenen Laptops mit und werden als Erstes durch den Prozess des Aufsetzens der Entwicklungsumgebung geführt. Im Anschluss werden wir 1-2 Anwendungen programmieren, welche nützliche Beispiele für kleinere Tools enthalten. Zugriff auf das Dateisystem, einfache Algorithmen und dergleichen Dinge sollen die Lust wecken in der Freizeit die ein oder andere Aufgabe zu automatisieren.

Die heco gmbh stellt uns die Räumlichkeiten und Infrastruktur zur Verfügung. Ich bin noch auf der Suche nach Sponsoren, welche Give Aways bereitstellen oder das Mittagessen in Form von Pizza übernehmen. Außerdem würde ich mich freuen, wenn 1-2 Entwickler dazu stoßen könnten, um bei Problemen beratend zur Seite zu stehen. Bei Interesse schreibt mich einfach über einen meiner Kanäle an.

Für unsere Teilnehmer: Beginn ist um 11 Uhr. Geplant ist bis 17 Uhr mit der Option zur Verlängerung. Die Adresse lautet:

heco gmbh

Lailingstraße 9

75196 Nöttingen

Developer Open Space 2013 – Live aus den Sessions

In dem unten stehenden Video zeige ich euch Aufnahmen aus den Sessions. Generell ist es so, dass die Person, die ein Session-Thema vorschlägt, gleichzeitig als Session Hoster fungiert. Dazu ist es nicht notwendig, dass der Session-Hoster sich besonders gut mit der Materie auskennt. Seine Funktion zielt darauf ab einen offen Dialog zu gewährleisten und das sogenannte Kapern von Sessions, d.h. das Abdriften vom Thema, zu verhindern.

Erfahrungsgemäß laufen Sessions oft in 2 Formen ab:

  • Sehr rege Beteiligung aller Teilnehmer bei Themen, zu denen jeder etwas sagen kann. Ein Beispiel hierzu wäre Scrum.
  • Bei Randthemen oder komplexen Dingen ist es meistens so, dass 1-3 Personen über die eigenen Erfahrungen berichten. Das waren in diesem Jahr beispielswese die Sessions “Werteunterschiede” und “Psychologie bei Softwareentwicklung”.

Mir scheint es auch, dass v.a. in den letzten 2 Jahren immer mehr Sessions außerhalb des Technologie-Stacks aufkommen. Persönlichkeitstypen und Selbstständigkeit / Freelancing um zwei Vertreter zu nennen. Zumindest ich persönlich begrüße dies sehr!

Hier nun zum Video (Direktlink auf YouTube):

Developer Open Space – Interview mit Janek Fellien

In meinem Interview am Developer Open Space in Leipzig (#devspace) spreche ich mit Janek über seine favorisierten Sessions und den Vergleich zw. typischen Konferenzen und dem Open Space als Unkonferenz.

Den Link, der euch direkt auf YouTube führt, findet ihr hier. Ich würde euch allerdings bitten beim Teilen den Blog Link zu verwenden.

 

Developer Open Space 2013 – Teil 3

Vor dem Mittag gab es noch 6 Sessions. Zum Session Plan geht es übrigens hier.

Zunächst nahm ich an der Session von Johannes teil, welcher über seine Studie zu empathischem Code etwas erzählt. Auf das Wesentliche gekürzt, geht es darum, warum

var t = new Tarif()

wesentlich schlecht zu lesen und verstehen ist als

var tarif = new Tarif()

Johannes will darüber selbst noch einen Artikel schreiben und seine Ergebnisse veröffentlichen, deshalb möchte ich an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen. Allerdings bitte ich Teilnehmer der Session sich bei mir zu melden, um ein kurzes Statement abzugeben wie der Inhalt wahrgenommen wurde.

Die letzten 15 Minuten war ich in “Scrum ruinieren”, was vom Ablauf ziemlich das Gegenteil zur vorher erwähnten Session war. Hier gab es eine rege Diskussion unter allen Beteiligten, die sich über Probleme von Scrum unterhielten. Das Publikum war bunt gemischt, angefangen von Verantwortlichen, die Scrum wieder erfolgreich abgeschafft haben bis hin zu Teams, die sehr erfolgreich und glücklich mit Scrum sind. Das Ergebnis war ein Board (siehe Bilder), welches die krassen Negativen auflistete. Die Frage des Session Hosters am Ende bzgl. wer jetzt mehr oder weniger von Scrum überzeugt ist, fand ich besonders gelungen. Meine Interpretation hebe ich mir allerdings für einen dedizierten Artikel auf.

CIMG4552 CIMG4553

Alle Bilder gibt es wie immer hier. Wer bei einer Session ein besonderes AHA-Erlebnis hatte, der kann mich einfach ansprechen und es mir mitteilen, dann nehme ich das gerne in den Artikel über den Open Space mit auf.

Developer Open Space 2013 – Teil 2

 

Mein Resümee zu Tag 1 – dem “Workshop-Tag”:

Tag1 Panorama

Knapp 100 Teilnehmer waren am ersten Tag anwesend. Es wurden zahlenmäßig genauso viele Workshops angeboten wie im Jahr zuvor. Ein stark limitierender Faktor ist verständlicherweise die Zeit, was mir die Teilnehmer als Hauptmanko genannt haben. Sessions, die besonders auf das Internet angewiesen waren, hatten zudem mit der schlechten Anbindung zu kämpfen. Hinweis von meiner Seite: Vielleicht sollten Setups im nächsten Jahr per USB-Stick verteilt werden. Ansonsten ziehen die meisten ein positives Fazit. Persönlich wurden meine Erwartungen im Architektur Workshop nicht ganz erfüllt. Als Erfahrungen mitgenommen habe ich wie andere Entwickler an das Thema Architektur herangehen und welche Hilfsmittel sie einsetzen. Sicher bin ich mir bei einem: Guten Architektur Schulungen wäre eine hoher Teilnehmerquote sicher!

Besonders lohnenswert – wie sollte es auf einem Open Space auch anders sein – waren die Gespräche in den Pausen, allen voran zum Thema Scrum. Hier noch die zwei erwähnten Buchempfehlungen von Boris Gloger (Produkte zuverlässig und schnell entwickeln und Der agile Festpreis (von mir nicht gelesen)). Hierzu will ich heute eine Session anregen, die sich mit konkreten Fragen beschäftigt, d.h. eine Fragerunde zu Scrum. Beispielsweise wird in der Literatur einhellig die Meinung vertreten, dass Entwickler die User Stories schreiben sollen. Davon bin ich beispielsweise gar nicht überzeugt. Was ist, wenn das Team das Sprintziel früher erreicht? Sollte der Sprint deshalb gekürzt werden, wenngleich eine Verlängerung immer auszuschließen ist. Schauen wir mal wie das Interesse sein wird.

Interessant war auch eine Diskussion über Staging und Continuous Integration, was sich übrigens hervorragend an die Scrum Gespräche angeschlossen hat (vgl. Balanced Agility). Bei uns im Betrieb haben wir einen sehr gut funktionierenden Deployment Prozess mit TeamCity implementiert. Mich würde interessieren wie es in anderen Firmen aussieht und ob die Entwickler mit ihren Lösungen zufrieden sind.

Gegen Ende wurde noch in kleiner Runde auf die bereits im Sommer von Johannes Hofmeister angeregte “Sexismus”-Session eingegangen. Da Johannes das für heute in diskussionsgerechter Form aufbereitet hat, will ich an dieser Stelle nicht vorgreifen.

Besonders cool fand ich die Teilnahme unseres jüngsten Teilnehmers mit gerade einmal 14 Jahren. Er schaute sich die Session über Android/iOS Entwicklung an. In einem kurzen Interview sagte er mir, dass er bereits für den Windows Store mit C# entwickelt hat und das Gelernte zuhause weiterverfolgen will.

Die neusten Fotos gibt es wie immer hier. Wer ebenfalls Fotos geschossen hat, kann diese dort ebenfalls hochladen.

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